Demonstrationen für Gleichberechtigung für palästinensische Bürger:innen Israels am 31. Januar 2026
Am Samstagabend, dem 31.01., fand in Tel Aviv ein wahrhaft historischer Protest statt. Zehntausende jüdische und palästinensische Bürger:innen Israels kamen zusammen, um wirksame Maßnahmen gegen die Gewaltkriminalität und das organisierte Verbrechen zu fordern, durch die letztes Jahr 252 palästinensische Staatsbürger:innen Israels getötet wurden. Die Demonstration war ein starkes Zeichen der Solidarität und des gemeinsamen zivilgesellschaftlichen Engagements: Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum und aus allen Teilen des Landes, aus Galiläa, aus Zentral Israel und aus dem Negev, demonstrierten gemeinsam.
Unsere Kollegin, Fida Nara Tabony, NIF Israel Co-Direktorin der Programmabteilung, war vor Ort und bringt die Forderungen der Demonstrierenden auf den Punkt: Die Gewalt ist Ausdruck eines tiefgreifenden Versagens des Staates und der israelischen Gesellschaft insgesamt. Palästinensische und jüdische Bürger:innen verdienen gleiche Rechte, gleiche Sicherheit, gleiche Teilhabe. Das Leben der palästinensischen Staatsbürger:innen Israels ist nicht weniger wert als das ihrer jüdischen Mitbürger:innen. Unsere Kollegin Baraa Sharif geht in ihrer Videobotschaft noch etwas tiefer auf die Hintergründe der Proteste ein: Palästinensische Bürger:innen werden häufig als sicherheitspolitisches Risiko wahrgenommen, nicht als Menschen und Bürger:innen Israels, die Anspruch auf Schutz und gleiche Rechte haben. Der israelische Staat hat keine Verantwortung dafür übernommen, auch palästinensischen Bürger:innen Schutz zu bieten, die dadurch systematische Vernachlässigung der palästinensischen Gemeinden hat zu massiver organisierter Kriminalität geführt. Die Rate der Tötungen von palästinensischen Bürger:innen in Israel ist 15 mal so hoch wie die der jüdischen Bürger:innen.

Die Demonstration Ende Januar bildete einen Höhepunkt vieler Jahre zivilgesellschaftlichen Engagements palästinensischer Gemeinden in Israel. Bereits seit 2018 unterstützt NIF Maßnahmen, die Gewalt und Kriminalität in diesen Communitys bekämpfen und gezielt in in zivilgesellschaftliche Infrastruktur investieren.
Zu den von NIF geförderten Organisationen, die gegen Gewaltkriminalität in der palästinensischen Zivilgesellschaft in Israel engagieren, zählt AJEEC-NISPEC. Die Organisation bietet Programme zur Stärkung von Jugendarbeit, wirtschaftlicher Teilhabe und jüdisch-palästinensischer Kooperation. Seit 2023 bietet NIF außerdem einen Inkubator für palästinensische Organisationen in Israel: Nasij نسيج (arab. „Gewebe“). Ziel des Inkubators ist es, bestehende, kleine oder mittlere Organisationen weiterzuentwickeln und eine neue Generation palästinensischer Führungspersönlichkeiten mit israelischer Staatsbürgerschaft auszubilden. So verbindet Nasij auf einzigartige Weise finanzielle Förderung mit gezieltem Capacity Building – damit Einzelpersonen, Organisationen und die gesamte Community langfristig mehr Wirkung entfalten können.

Unsere Partnerorganisationen arbeiten unermüdlich daran, palästinensische Communitys zu stärken, die über Jahrzehnte hinweg vom Staat vernachlässigt wurden und schaffen damit die Grundlage für eine sichere und gleichberechtigte Zukunft. Diese Arbeit ist dringlicher denn je – gerade weil die in Teilen rechtsextreme Netanjahu-Regierung weiterhin die Verantwortung gegenüber den am stärksten benachteiligten Bürger:innen Israels verweigert.
Mit einer Spende an NIF können Sie diese Arbeit unterstützen.


