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Nein zur erneuten Besetzung des ganzen Gaza-Streifens

Berlin, den 13.8.2025

Read the English press release by the New Israel Fund here.

Der New Israel Fund (NIF) Deutschland ist zutiefst besorgt und entsetzt über den Beschluss der israelischen Regierung, die Angriffe auf Gaza-Stadt auszuweiten sowie Pläne, den Gaza-Streifen erneut vollständig zu besetzen. Eine solcher Schritt würde weiteres Leid über die palästinensische Zivilbevölkerung bringen, die Hungersnot verstärken, die israelischen Geiseln in zusätzliche Gefahr bringen, die Gewaltspirale weiter antreiben und die Chancen auf eine politische Regelung des Konflikts auf Jahre hinaus zerstören.

Der Generalstabschef der israelischen Armee Eyal Zamir sprach sich gegen das Vorhaben aus und betonte, dass eine Wiederbesetzung des Gaza-Streifens keinen strategischen Nutzen für Israel habe. Er warnte Ministerpräsident Netanjahu, dass ein solcher Schritt sowohl das Leben der Geiseln gefährde als auch Israel in einen endlosen Krieg in Gaza hineinziehen könne.

Die demokratische Zivilgesellschaft in Israel setzt sich seit Jahrzehnten für Sicherheit, Menschenrechte und eine gerechte Zukunft für alle ein – für Israelis und Palästinenser:innen gleichermaßen. Eine Wiederbesetzung Gazas steht diesen Zielen diametral entgegen. Stattdessen braucht es jetzt dringend einen politischen Prozess, der kurzfristig die Freilassung der israelischen Geiseln, einen Waffenstillstand und humanitäre Hilfe für die palästinensische Zivilbevölkerung ermöglicht und langfristige Perspektiven auf eine friedliche Zukunft für Israelis und Palästinenser:innen ermöglicht.

Der New Israel Fund schließt sich all jenen an, die sich gegen die israelische Wiederbesetzung des Gaza-Streifens stellen – darunter ehemalige Leiter der israelischen In- und Auslandsgeheimdienstes Schin Bet und Mossad, Leiter des Militärgeheimdienstes, Polizeipräsidenten und mehrere frühere Generalstabschefs der israelischen Armee (IDF).

Wir stehen an der Seite der Familien der israelischen Geiseln in Gaza, die erklärt haben, dass eine Ausweitung der Militäroperationen auf Gaza-Stadt und erneute Besetzung des gesamten Gazastreifens ein Todesurteil für ihre Angehörigen wäre.

Wir stehen an der Seite von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen, die davor warnen, dass die Ausweitung der israelischen Angriffe die bereits im gesamten Gaza-Streifen herrschende Zerstörung, das Leid und den Hunger noch weiter verstärken würde.

Wir stehen an der Seite all jener – in den jüdischen Gemeinden weltweit, in Israel und unter Freund:innen und Unterstützer:innen Israels –, die sich gegen die Politik dieser israelischen Regierung stellen, die „Nein“ zur Wiederbesetzung sagen und eine bessere Zukunft für Israelis und Palästinenser:innen fordern.

Foto: Orana Naor, Shatil Stock 2025, all rights reserved.

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