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Erklärung zur aktuellen Eskalation der Gewalt – Was unsere Partnerorganisationen in Israel tun

Aktualisiert: Juni 6


Der NIF Deutschland ist bestürzt und erschüttert über die erneute Eskalation der Gewalt in Israel und Palästina. Kinder und Erwachsene in Israel und in Gaza sind traumatisiert durch Raketen und Luftangriffe. Innerhalb Israels, in jüdisch-arabisch gemischten Gemeinden, erleben die Menschen den härtesten Gewaltausbruch seit Jahrzehnten. Die Gewaltausbrüche zwischen Bürger:innen schockieren uns zutiefst – vielen sinkt der Mut und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für alle. Doch zu resignieren ist für die von uns unterstützten zivilgesellschaftlichen Organisationen keine Option.

Omdim Beyachad am 15.5.2021. Quelle: Omdim Beyachad

An vierklaerung-aktuelle-eskalation-gewalt-israelelen Orten kooperieren jüdische und arabische Bürger:innen, sie wehren sich gegen Spaltung, Aufwiegelung und Hass, denn sie sind überzeugt: Allen Bürger:innen Israels gebühren ungeachtet ihrer Religion und Abstammung dieselben Rechte. Eine lebenswerte Zukunft mit Demokratie und Frieden wird nur auf der Basis gleicher Bürgerrechte und in einer Gesellschaft ohne Diskriminierung möglich sein.

Dafür braucht es langfristige Perspektiven für Kooperation, Gleichberechtigung und friedliches Zusammenleben. Kurzfristig braucht es in den betroffenen Gemeinden:

  • Mobile Teams von Menschenrechtsbeobachter:innen

  • Gewaltfreie Schutzbrigaden und Rechtshilfe in den betroffenen Gemeinden

  • Jüdisch-arabische Initiativen zur Überwindung nachbarschaftlicher Gewalt

So haben den Freitag (14.5.2021) über NGOs wie Sikkuy (The Association for the Advancement of Civic Equality) und The Abraham Initiatives in verschiedenen Gemeinden gemeinsam zu Gewaltfreiheit aufgerufen.

Die Organisation Omdim Beyachad (Zusammen Stehen) riefen in über zwölf Gemeinden zu gemeinsamen jüdisch-arabischen Versammlungen am Shabbat (15.5.2021) auf.

"Kein Zurück zur Normalität, wir fordern Frieden und Gleichberechtigung" Quelle: Omdim Beyachad

Nach gewaltsamen Vorfällen an Universitäten haben Studierendenorganisationen eines breiten politischen Spektrums zusammen mit Omdim Beyachad eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, in der sie sich für den Einsatz für gleichberechtigtes Zusammenleben verpflichten und sich gegen Hass und Gewalt aussprechen.

Tag Meir (United Against Racism) und The Abraham Initiatives besuchten die stark betroffene jüdisch-arabische Stadt Lod - Lydda in Begleitung der Knesset-Abgeordneten Raida Zoabi und Mossi Raz. Die Delegation besuchte jüdische Stadtteile, in denen es in den Tagen zuvor Brandanschläge gegeben hatte und verurteilte die Gewalt.

Jüdische und arabische Mitglieder eines Gesundheits-Forums im Norden Israels beraten darüber, eine jüdisch-arabisch gemischte Gruppe von Rettungswagen-Fahrer:innen zusammenzustellen, die für Toleranz und Versöhnung eintritt und durch ihre Arbeit an vorderster Front wichtige Zeichen setzen wird. Die Forum-Mitgliedsorganisation Nadera Hurya Nassur rief in Arabisch und Hebräisch dazu auf, gemischte Nachbarschafts-Selbsthilfegruppen für gewaltfreien Schutz zu bilden.


The Association for Civil Rights in Israel (ACRI) hat in Jerusalem den Dialog mit dem Polizeipräsidenten gesucht und die Einhaltung von Regeln für Polizist:innen eingefordert, die beim Einsatz bei Demonstrationen wichtig sind. Ebenfalls hat ACRI zusammen mit Ir Amim (Stadt der Völker) in Jerusalem die Polizei aufgefordert, die Blockierung von Solidaritätsaktionen in Sheik Jarrah zu beenden. Dort erlaubt die Polizei nur den Zugang für Bewohner und charedische Jüd:inen. ACRI fordert außerdem offizielle Information über den Einsatz von Blendgranaten in diesem Stadtteil.


Der New Israel Fund hat unterstützt in dieser Krise seine Partner mit finanzieller und logistischer Hilfe. Bitte helfen Sie uns, die demokratische und gewaltfreie, jüdische und arabische Zivilgesellschaft in Israel zu unterstützen. Unterstützen Sie den New Israel Fund mit Ihrer Mitgliedschaft oder spenden Sie über uns an unsere Partnerorganisationen in Israel.

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