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Israelische Zivilgesellschaft & Menschenrechtsorganisationen rufen zu Waffenstillstand auf

Am 7. Februar veröffentlichten mehr als zwanzig zivilgesellschaftliche und Menschenrechtsorganisationen den nachfolgend übersetzten Aufruf. Das englische Original ist hier zu lesen.


Wir, die unterzeichnenden in Israel ansässigen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Menschenrechtsorganisationen, rufen zu einer sofortigen Waffenruhe im Gaza-Streifen auf und fordern die sofortige Freilassung der im Gaza-Streifen festgehaltenen Geiseln. Ein sofortiger Waffenstillstand wird weitere Verluste unter der Zivilbevölkerung verhindern und den Zugang zu lebenswichtigen Hilfsgütern für den Gaza-Streifen erleichtern, um die beispiellose humanitäre Katastrophe dort zu bewältigen.

 

Seit dem ungeheuerlichen Angriff der Hamas am 7. Oktober, bei dem rund 1.200 israelische und ausländische Bürger:innen getötet wurden, haben die israelischen Bombardierungen und die Belagerungspolitik im Gaza-Streifen in mehr als 120 Tagen unvorstellbare Zerstörung und Tod verursacht.

 

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden etwa 27.000 Menschen getötet, über 66.000 Menschen wurden verletzt, und Tausende weitere sind noch unter den Trümmern begraben. Das Gesundheitssystem wurde durch militärische Angriffe, Stromausfälle, die enorme Zahl getöteter oder vertriebener medizinischer Mitarbeiter:innen und den Mangel an Medikamenten und medizinischer Ausrüstung fast vollständig dezimiert. Nur 14 von 36 Krankenhäusern sind teilweise funktionsfähig und stehen wegen extremer Überlastung und mangelnder Versorgung kurz vor dem Zusammenbruch. Im gesamten Gaza-Streifen fehlt es an Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser, so dass die gesamte Bevölkerung unmittelbar von Hungersnot und Dehydrierung bedroht ist.

 

Rund 1,7 Millionen Menschen - etwa 75 % der Bevölkerung - sind vertrieben worden. Die Unterkünfte für Binnenvertriebene sind überfüllt und entsprechen nicht den grundlegenden Anforderungen. Es herrscht ein extremer Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser und anderen lebensnotwendigen Gütern. Große Teile des Gaza-Streifens sind nicht mehr bewohnbar. Tausende von Häusern wurden durch israelische Bombardements schwer beschädigt oder zerstört, während wichtige zivile Infrastruktur, öffentliche Gebäude, kulturelle Einrichtungen, Gotteshäuser und historische Stätten in Trümmern liegen.

 

Der Mangel an Hilfsgütern und die aktiven Kampfhandlungen verhindern eine wirksame humanitäre Hilfe. Israel verhindert die Einfuhr mancher notwendiger humanitärer Güter und medizinischer Ausrüstung. Starke Regenfälle, kaltes Wetter und die extreme Überbelegung in Zeltlagern und Unterkünften haben das Auftreten von Krankheiten und Seuchen deutlich erhöht. Die Verteilung der wenigen Hilfsgüter, die in den Gaza-Streifen gelangen, wird durch das Fehlen eines sicheren Zugangs zum Gaza-Streifen erheblich behindert. Nirgendwo in Gaza ist die Zivilbevölkerung sicher.

 

Wir rufen daher alle Parteien zu einem sofortigen Waffenstillstand auf und fordern Israel auf, den ungehinderten Zugang und die Lieferung von humanitärer Hilfe und Gütern im ganzen Gaza-Streifen zu ermöglichen, wie vom Internationalen Gerichtshof angeordnet. Die Hamas muss alle am 7. Oktober als Geiseln genommenen Menschen bedingungslos freilassen. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, ihrer rechtlichen Verpflichtung zur Wiederherstellung der Achtung des humanitären Völkerrechts und zum Schutz der Zivilbevölkerung nachzukommen. Die internationale Gemeinschaft muss sicherstellen, dass alle Verantwortlichen für schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Schritte sind unerlässlich, um Menschenrechte und Sicherheit für Israelis und Palästinenser gleichermaßen zu gewährleisten.

 

Unterzeichnet von:

Akevot Institute for Israeli-Palestinian Conflict Research | Bimkom – Planners for Planning Rights | Breaking the Silence | B’Tselem – The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories | Combatants for Peace | Emek Shaveh | Gisha – Legal Center for Freedom of Movement | HaMoked: Center for the Defence of the Individual | Ir Amim | Isha L’isha Haifa Feminist Center | Machsom Watch | New Profile | Parents Against Child Detention | Peace Now | Physicians for Human Rights Israel | Policy Working Group | Rabbis for Human Rights | Social Workers for Peace and Welfare | Solidarity of Nations – Achvat Amim | Standing Together | This Is Not An Ulpan | Torat Tzedek | Yesh Din | Yesh Gvul

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