Amtierender CEO des NIF: „Die Annexion führt zu einem dauerhaften Konflikt statt zu echter Sicherheit.“
Pressemitteilung vom 11. Februar 2026
Am 08.02.26 kündigte die israelische Regierung an, die Kontrolle im besetzen Westjordanland auszuweiten. Demnach können jüdischen Israelis, nun Land in der Westbank kaufen und die Verwaltung des Westjordanlands soll an zivile israelische Behörden übertragen werden. Darüber hinaus soll der Palästinensischen Autonomiebehörde in den Gebieten A und B sowie in Hebron Befugnisse entzogen werden. Dazu gab der Amtierende CEO des New Israel Fund (NIF), Mickey Gitzin, folgende Erklärung ab:
Der israleische Staat treibt derzeit, in jeder Hinsicht, die Annexion des Westjordanlands voran. Dieser gefährliche Schritt steht im Widerspruch zu dem, was unserer Meinung nach Israelis Frieden und Sicherheit näherbringen würde.
Umfragen zeigen, dass die meisten Israelis die Annexion ablehnen. Die meisten amerikanischen Jüdinnen:Juden lehnen sie ab. Präsident Trump hat erklärt, dass er eine Annexion nicht zulassen werde. Und dennoch treibt die israelische Regierung, angetrieben von der extremen Rechten und politischem Extremismus, dieses Vorhaben voran, gegen den Willen der Bevölkerung, die sie zu vertreten vorgibt. Dieser Schritt spiegelt die Agenda eines kleinen, extremistischen politischen Lagers wider – nicht die Bestrebungen der israelischen Öffentlichkeit und nicht eine Zukunft im Sinne einer gerechten Konfliktregelung.
Diese Entscheidung wird das Leben der Palästinenser direkt beeinträchtigen, indem sie das Militär in zivile Räume bringt, die frei sein sollten, und Israel selbst schaden. Ein Staat, der Millionen von Menschen ohne Rechte regiert, kann nicht demokratisch bleiben. Die Annexion führt zu einem dauerhaften Konflikt statt zu echter Sicherheit.
Das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Politische Maßnahmen können zwar auferlegt werden, aber sie sind kein Schicksal. Der israelisch-palästinensische Konflikt hat uns gelehrt, dass die Realität durch Maßnahmen vor Ort gestaltet wird. Deshalb ist die kontinuierliche Arbeit der Zivilgesellschaft – ruhig, beharrlich, ungebrochen – so wichtig. Regierungen entscheiden das eine, und die Menschen fordern etwas anderes.
Wir vom NIF und unsere Partnerorganisieren werden nicht aufhören, uns für eine bessere Zukunft für Israelis und Palästinenser:innen gleichermaßen einzusetzen. Wir wissen, dass Veränderung möglich ist.


